Aktuelle Projekte
Arbeitsgruppe Burkina Faso 2: Kunstschule und Sensibilisierungstheater mit sozial benachteiligten Kindern, Burkina Faso
seit 2011
Der Verein Association Art et Développement Ouagadougou (AADO) führt eine kleine Kunstschule, die von burkinischen Jungkünstlern gegründet wurde und sozial benachteiligten Kindern den Zugang zur Kunst ermöglicht. Dabei stehen Persönlichkeitsstärkung und künstlerische Bildung im Vordergrund. Öffentliche Schulen sind in Ouagadougou häufig überfüllt und die Eltern, oftmals Analphabeten, können ihren Kindern nur schwer bei den Hausaufgaben helfen. Daher hängt der schulische Erfolg eines Kindes fast ausschliesslich von seiner eigenen Persönlichkeit, seinem Durchhaltevermögen und seiner Konzentrationsfähigkeit ab. Genau solche Eigenschaften werden im Kunstunterricht der AADO gefördert.
Zwei Mitglieder der KfE konnten den Verein AADO im Sommer 2011 persönlich kennenlernen und selber am Kunstunterricht mitmachen. Dadurch entstand die Idee, gemeinsam ein Sensibilisierungstheater mit den Kindern vorzubereiten und an verschiedenen Orten in Ouagadougou aufzuführen.
Unter Sensibilisierungstheater ist eine Theaterproduktion zu verstehen, die Zuschauer durch meist sozial kritische und informative Themen aufklärt. Beispiele sind Themen wie Gewalt an Kindern und Frauen, Korruption, HIV oder Hygienemassnahmen.
Die AADO erarbeitet nun Theaterstücke zu Themen, die für Ouagadougou von zentraler Bedeutung sind, führt die Proben mit den Kindern durch und wählt verschiedene Schauplätze aus, an denen die Theater dann im Frühjahr 2012 aufgeführt werden können. In Zusammenarbeit mit Mitgliedern der KfE, die nach Burkina Faso reisen, sollen die Aufführungen jeweils gefilmt werden, damit die behandelte Thematik weiterverbreitet werden kann, und die Künstler gleichzeitig den Umgang mit neuen Medien erlernen können.
Arbeitsgruppe Benin: Diminution de la Bilharziose dans l'Atacora au Bénin
seit 2010
Die Arbeitsgruppe Diminution de la Bilharziose dans l'Atacora au Bénin (DBAB) hat sich die Prävention und Bekämpfung von Bilharziose/Schistosomiasis im Département de l'Atacora in Benin zum Ziel gesetzt. Die Bilharziose ist eine durch Süsswasserkontakt übertragene, tropische, parasitäre Wurmerkrankung von Blutegeln. Es gibt zwei Erscheinungsformen: 1) Blasen-/ Nieren-Bilharziose und 2) Darm-Bilharziose. Die Verbreitung von Bilharziose erfolgt über einen komplexen Entwicklungszyklus, in welchem der infizierte Mensch über Harn und Stuhl bis zu tausend Eier pro Tag ausscheidet. Bilharziose, oft eine chronische unbemerkte Erkrankung, führt neben lebensgefährlichen Komplikationen dazu, dass man schneller müde ist, anfälliger für andere Krankheiten ist und sich körperlich und intellektuell langsamer entwickelt. Nach Schätzung der World Health Organisation (WHO) sind mehr als 200 Millionen Menschen mit Schistosomiasis infiziert. In Benin mit seinen unzähligen natürlichen Seen, Lagunen und Sümpfen, ist die Infektion von Bilharziose sehr weit verbreitet. Ein Mitglied der Arbeitsgruppe hat 2009 eine Studie in Natitingou (Hauptstadt im Département de l'Atacora) durchgeführt, in welcher bei 26% der Frauen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren eine Bilharziose-Infektion diagnostiziert wurde.
Im Département de l'Atacora ist das Medikament für die Behandlung der Bilharziose oft nicht verfügbar und der Bevölkerung mangelt es an Wissen über Bilharziose, insbesondere über deren Übertragungswege. Darüber hinaus fördern die schlechten sanitären Bedingungen und die mangelnde Wasserversorgung die Verbreitung der Bilharziose. Unsere Arbeitsgruppe DBAB möchte nun durch die Bereitstellung der Medikamente, die Durchführung von Aufklärungskampagnen, und durch verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der sanitären Bedingungen und zur Wasserversorgung etwas gegen diese Missstände bewirken. In Benin werden wir mit der Association des Eleves et Etudiants de Boukombé (AEEB), eine lokale Schüler- und Studentenvereinigung, zusammenarbeiten. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, soll innerhalb der AEEB eine Gesundheitsgemeinschaft gebildet werden, welche sich für die Prävention und Bekämpfung von Bilharziose einsetzt.
Bei unserer Arbeit werden wir uns auf kleine Dörfer und Gemeinschaften im Département de l'Atacora konzentrieren. Wir werden mit wissenschaftlich erprobten Verfahren (Stuhl-Stichproben und Fragebögen) jene Dörfer und Gemeinschaften identifizieren, in welchen die Bilharziose ein offensichtliches Problem darstellt. Einmal identifiziert, werden wir die oben erwähnten Massnahmen durchführen umso die Bilharziose zurückzudrängen. Mit unserem Wirken möchten wir dazu beitragen, dass die Bürde, die diese Erkrankung für die Menschen im Département de l'Atacora darstellt, verringert wird.
| Cercamondi 2010 | Garba et al. 2010 |
Arbeitsgruppe Burkina Faso: Scientific Cyber for Ouagadougou
seit 2009
Die Arbeitsgruppe Burkina Faso wurde zu Beginn des Herbstsemester 2009 gegründet und basiert auf einer Zusammenarbeit mit dem Medizinstudentenverein „Association des Etudiants en Medicine AEM“ der Universität in Ouagadougou. Ein KfE-Mitglied lernte dessen Präsidenten Abder während eines Seminars des Council of Europe in Abidjan kennen. An der Universität von Ouagadougou studieren momentan an die 2500 Studierenden an der medizinischen Fakultät, die in drei Subrichtungen unterteilt ist. Ihnen stehen in der Bibliothek nur rund 40 Arbeitsplätze zur Verfügung und auf 1 Anatomiebuch kommen 100 Studierende, was den Lernalltag der Studierenden nicht gerade einfach gestaltet. Aus dieser Situation heraus hat der Studentenverein AEM das Bedürfnis geäussert, einen Raum zu kreieren, wo Arbeitsplätze für die Studierenden bereitgestellt werden, sie Zugang zu Computern, dem Internet und wissenschaftlichen online - Datenbanken haben. Diese Computer konnten dank externer finanzieller Unterstützung bereits gekauft und nach Ouagadougou versandt werden. Da warten sie nun darauf, installiert und in betrieb genommen zu werden. Diese Arbeiten werden von IT-Studierenden aus der Schweiz zusammen mit Informatikern vor Ort bald möglichst durchgeführt werden.
Arbeitsgruppe Ghana: Unterstützung der lokalen NGO „Sono Foundation“ bei der Etablierung einer Schule zur kaufmännischen Grundausbildung
seit 2010
Die KfE unterstützt ihre lokale Partnerorganisation Sono Foundation bei der Etablierung einer Secretarial School in Navrongo in der Upper East Region. Die Upper East Region, wie der Name schon verrät, im nordöstlichen Teil des Landes angesiedelt, ist die ärmste Region Ghanas. Viele der Jugendlichen haben nicht die Chance, nach der Senior High School eine der Universitäten oder Polytechnic-Schulen in anderen Landesteilen zu besuchen. Umso wichtiger sind weiterführende Schulen in der Umgebung. Die Handelsschule "Chastity Business School" soll es Jugendlichen aus Navrongo und umliegenden Dörfern aus finanziell schwachen Familien ermöglichen, nach Abschluss des 9. oder 11. Schuljahres eine kaufmännische Ausbildung zu absolvieren und durch ein obligatorisches Praktikum gut auf den Arbeitsalltag in einem Büro vorbereitet zu werden. In Navrongo, der Hauptstadt des Kassena-Nankani East Districts, besteht ein dringender Bedarf nach einer Secretarial School. Die "Chastity Business School" ist die erste Institution, die den Jugendlichen, die aus finanziellen Gründen nicht die Möglichkeit haben, an eine andere weiterführende Schule oder Universität in anderen Teilen des Landes zu gehen, ermöglicht, in Navrongo eine qualitativ hochstehende, konkurrenzfähige Ausbildung zu absolvieren und den kaufmännischen Beruf zu erlernen. Durch die zunehmende Präsenz von NGOs im nördlichen Teil des Landes sowie der positiven ökonomischen Entwicklung in den nördlichen Regionen zeichnet sich ein positiver Trend ab, weshalb davon auszugehen ist, dass viele neue Arbeitsmöglichkeiten im kaufmännischen Bereich entstehen werden - vor allem in Tamale, der momentan am schnellsten wachsenden Stadt in Westafrika. Gerade deshalb ist es wichtig, dass eine Secretarial School in Navrongo etabliert wird und die Jugendlichen auf den wachsenden Arbeitsmarkt vorbereitet. Damit kann die Stellung dieser Jugendlichen gestärkt und sie daran gehindert werden, auf der Suche nach einer Arbeit und einem besseren Leben in den Süden zu migrieren, wo die jungen Leute dann meist arbeits- und heimatlos auf der Strasse und in den Slums enden. Mit einer soliden Ausbildung und einer positiven Perspektive auf eine Zukunft mit Chancen auf dem Arbeitsmarkt werden nicht nur die Jugendlichen selber, sondern die Region als Ganzes gestärkt.
Homepage der Chastity Business School









